Ego-State-Coaching und Counselling (ESCC)

Referenten: Dr. Woltemade Hartman, Dipl.Psych. Claudia Müller-Quade

Was ist Ego-State-Coaching und Counselling (ESCC)?
Ego-State-Coaching und Counselling wurde von Ego-State-Deutschland (EST-DE) entwickelt für Berufsgruppen, die im psychosozialen oder Coaching-Bereich tätig sind (Coaches, Sozialarbeiter, -pädagogen, Heilpädagog*innen, Erzieher*innen, Lehrer*innen etc.) und gerne mit Ego-States arbeiten möchten. Das Curriculum besteht aus 4 Modulen und wird von EST-D zertifiziert, sodass eine qualifizierte Ausbildung durch qualifizierte Trainer*innen garantiert ist.

Modul 1. Einführung in die ESCC Methode. Was sind Ego-States?

Theoretischer Teil:

Zunächst wird die Entwicklung der Ego-State-Therapie und deren theoretisches Konzept beschrieben. Dieses beinhaltet, dass die Persönlichkeit aus verschiedenen energetischen Ich-Anteilen sogenannten Ego-States besteht, deren Entstehung, Rolle und Funktionen zentrale Aspekte für die Lösung von Problemen darstellen. Des Weiteren werden deren neurophysiologische Grundlagen vermittelt. In diesem Zusammenhang werden die Polyvagale Theorie von Stephen Porges (1994), das Leitermodell von Deb Dana sowie das Lebensflussmodell von Peter Levin (adaptiert nach Hartman) vorgestellt, um die stressbedingten Störungen des Organismus und deren Auswirkungen auf die Psyche und damit auf die Ego-States und deren Emotionen und Kognitionen zu verstehen. Dies ermöglicht Lösungen für die Probleme zu finden, welche die Klienten zu uns bringen. Ein 1. Schritt hierzu ist das Erlernen von Stabilisierungstechniken zur Selbstregulation.

Praktischer Teil:

Es werden Stabilisierungstechniken, Fokussierungstechniken und körperbasierte Techniken (Tracking, „sicherer Ort“ im Körper) vermittelt, um die stressbedingten Störungen des Organismus neu zu „regulieren“.

Der Unterricht erfolgt durch Vortrag, Demonstration und Übungen

Modul 2. Erkennen und Aktivierung von ressourcenreichen Ego-States

Theoretischer Teil

Die neurophysiologischen Grundlagen des Erlebens von Stress und dessen Regulation werden weiter vertieft. Ebenso werden das Lebensflussmodell, das Leiter- Modell und die Polyvagaltheorie jetzt genutzt, um den Zustand der Selbstregulation der verschiedenen Ego-States zu erkennen und so adäquat reagieren zu können. Die verschiedenen Ego-States werden identifiziert und voneinander unterschieden. Ressourcenreiche Ego-States und adäquate Reaktionen auf die verschiedenen Zustände der Selbstregulation werden erarbeitet.

Praktischer Teil mit Demonstration und Übungen

Im Vordergrund steht die Identifizierung und Aktivierung von ressourcenreichen Ego-States sowie das Erkennen von deren Rollen und Funktionen.

Die Aktivierung und Kommunikation mit einem Ego State findet sowohl zwischen Berater*in und dem entsprechenden Ego-State als auch zwischen Klient*in und seinem/ihrem Ego-State                       (= dyadische Kommunikation ) wird eingeübt. Sie erfolgt aus verschiedenen Perspektiven (Subjekt- oder Objektaktivierung).

Adäquate Reaktionen auf die verschiedenen Zustände der Selbstregulation des Nervensystems als physiologische Grundlage der Ego-State-Arbeit werden erarbeitet. Der Unterricht erfolgt durch Vortrag, Demonstration und Übungen

EGO-State Coaching und Counceling Teil 2
25.05. – 26.05.2024 (2 Tage)
jeweils 09.30-17.00 Uhr
Referentin: Dipl. Psych. Claudia Müller-Quade
Ort: Wiesbaden
400 €
Anmeldung 2024

Modul 3: Arbeit mit ressourcenreichen Ego-States

Theoretischer Teil:

Modul 3 legt den Schwerpunkt auf die Wahrnehmung der verschiedenen Ressourcen-States sowohl auf kognitiver und emotionaler als auch körperlicher Ebene. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Arbeit mit den ressourcenreichen Ego-States. Deren wichtige Rollen und Funktionen werden systematisch zur Stabilisierung und Harmonisierung des „inneren Systems“ der Klienten genutzt. Kompetenzen, positive Erfahrungen und kognitive Erlebensinhalte werden utilisiert. Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ego-States werden thematisiert. Techniken, die das Nervensystem als neurophysiologische Grundlage neu regulieren, werden vermittelt. Hierbei spielen die Techniken des sog. „Pendulierens“ und das sog. „Shiften“ eine besondere Rolle.  

Praktischer Teil mit Demonstration und Übungen

Die Wahrnehmung der verschiedenen Ego-States auf der Ebene des Körpers über die verschiedenen Sinnessysteme wird vermittelt.

Die dyadische Kommunikation zwischen Berater*in und den Ego-States des Klienten sowie des Klienten und seinen Ego-States wird jetzt erweitert durch sog. „Interstate-Kommunikation“ also Kommunikation zwischen den verschiedenen Ego-States und der dafür erforderliche Perspektivwechsel als Pendulieren und Shiften eingeübt.

Der Unterricht erfolgt durch Vortrag, Demonstration und Übungen

EGO-State Coaching and Counceling Teil 3 
23.06. – 24.06.2024 (2 Tage)
jeweils 09.30-17.00 Uhr
Referent: Dr. Woltemade Hartman
Ort: Wiesbaden
400 €
Anmeldung 2024

Modul 4: Erkennen, Aktivierung und Arbeit mit Ego-States, die mit einem Problem in Verbindung stehen

Theoretischer Teil:

Mit Hilfe der o.g. Modelle und Theorien werden die Entstehung und Funktion von sog. „problemassoziierten Ego-States“ erklärt. Diese Ego-States zeigen sich häufig als Symptome und stehen somit in Zusammenhang mit den Beschwerden der Klienten. In diesem Zusammenhang sind die Kriterien zum Erkennen und Verstehen von Trauma bedingtem Stress und dessen unterschiedliche Formen und Ausprägungen, die uns letztendlich zu den problemassoziierten Ego-States führen, wichtig. Die Rolle und Funktion des problemassoziierten Ego-States sollen verstanden und gewürdigt werden.  Die Interstate-Kommunikation zwischen ressourcenreichen Ego-States und problemassoziierten Ego-States wird als Möglichkeit der Förderung von Integration vermittelt. Dabei sind die 8 Stufen der Integration von besonderer Bedeutung.

Praktischer Teil mit Demonstration und Übungen

Mit Hilfe der erlernten Stabilisierungstechniken sowie der Aktivierung von ressourcenreichen Ego-States, kann nun eine Annäherung an den problemassoziierten Ego-State stattfinden. Dessen Aktivierung und Erforschung wird sowohl auf körperlicher Ebene durch Körperwahrnehmung als auch auf kognitiver Ebene durch entsprechende Fragen (Ego-State-Mapping) sowie auf emotionaler Ebene (Affektbrücke) vermittelt.

Die Inter-State Kommunikation mit Pendulieren und Shiften zwischen ressourcenreichen und problemassoziierten Ego States wird eingeübt und so eine Verbesserung der Akzeptanz und Kommunikation zwischen den verschiedenen Ego-States angestrebt. Dadurch wird eine Integration im Inneren System erreicht.

Eine korrigierende Erfahrung wird durch empathisches Verständnis, Förderung von konstruktiver Kommunikation und Perpektivenwechsel ermöglicht.

Der Unterricht erfolgt durch Vortrag, Demonstration und Übungen


EGO-State Coaching and Counceling Teil 4 
11.10. – 12.10.2024 (2 Tage)
jeweils 09.30-17.00 Uhr
Referentin: Dipl. Psych. Claudia Müller-Quade
Ort: Wiesbaden
400 €

Anmeldung 2024