Entmaskierung der Maske von ‚Schamvollen‘ Emotionen

Referentin: Elzette Fritz

Masken haben im Laufe der Geschichte zahlreichen Zwecken gedient. In der Kriegsführung wurden Masken als Teil der Rüstung verwendet, um den Körper zu schützen. Masken spielen eine wichtige Rolle in Ritualen oder Zeremonien, von der Sicherstellung einer guten Ernte über die Steigerung der Fruchtbarkeit bis hin zur Darstellung der Geister verstorbener Vorfahren.
Das Wort „Persönlichkeit“ kommt von dem lateinischen Wort „persona“ und in der Antike war eine persona eine Maske, die von einem Schauspieler getragen wurde. Masken können daher übernatürliche Wesen, Fantasiefiguren darstellen und werden im Theater und in Filmen oft getragen, um eine bestimmte Persönlichkeitseigenschaft oder einen Charakter zu repräsentieren oder zu projizieren, z. B. Die Maske, Spiderman, Batman, der Joker und Zorro.
Maskierung kommt auch in der Tierwelt vor, wo Tiere und Insekten sich hinter Farben, Formen und Gestalten verstecken, um Raubtiere zu verwirren oder während der Paarungsrituale Aufmerksamkeit zu erregen.

Auf psychologischer Ebene ist Maskierung ein Prozess, bei dem ein Individuum seine natürliche Persönlichkeit verändert oder „maskiert“, um sich dem sozialen Druck anzupassen oder um Emotionen zu verbergen. Alle Emotionen dienen jedoch einem Zweck, und diejenigen, für die man sich schämt, um sie zum Schweigen zu bringen, werden schließlich einen Tribut für das psychische Wohlbefinden fordern und können zu physiologischen und verhaltensbezogenen Reaktionen führen, oft zum Nachteil des Individuums. Traurigerweise haben Erziehungspraktiken einige Emotionen als „schlecht“ oder „falsch“ abgestempelt, was zu einem Gefühl der Scham für das Erleben von z.B. Wut, Angst oder Traurigkeit führt. Die Botschaft, nicht gut genug zu sein, führt zu einem Gefühl der Scham, das der eigenen Existenz zugeschrieben wird.
Dieser Workshop zielt darauf ab, unterdrückte Emotionen anzuerkennen, indem das Maskierte durch expressive Künste, kombiniert mit Ego-States-Therapie, demaskiert wird. Seit jeher dient die kreative Beschäftigung als Mittel, um das auszudrücken, was Worte nicht ausdrücken können. Expressive Künste, die therapeutisch eingesetzt werden, verwenden einen multimodalen Ansatz, der z.B. Bilder, Klänge, Worte, Bewegung und Ton, um nur einige zu nennen, in den Kontext von Psychotherapie, Beratung und Gesundheitsvorsorge integriert. Durch die kreative Auseinandersetzung wird eine Möglichkeit geboten, unterdrückten und/oder verleugneten Emotionen Ausdruck zu verleihen. Dieser Workshop richtet sich an Jung und Alt und ermöglicht den Teilnehmern, sich mit ihrer Gefühlspalette auseinanderzusetzen, insbesondere mit denen, die mit Scham verbunden sind.

Lernziele:

In diesem hochspannenden und interaktiven Workshop werden die Teilnehmer sich auf die oft unterdrückten Emotionen einlassen, unter Berücksichtigung des Ericksonschen Prinzips der Nutzung und Visualisierung durch Maskenbau.

Ego-Zustände, die mit versteckten Emotionen verbunden sind, und die entsprechenden Narrative erforschen. 

Reflektieren Sie die ethischen Überlegungen bei der Beschäftigung mit kreativen Ausdruckskünsten, insbesondere bei der Beschäftigung mit Visualisierung, Körperempfindungen, Malen, kreativem Schreiben und der Verwendung von Farben.

Benötigte Materialien:

– Vollgesichtsmaske aus Pappmaché (Kunsthandel). Alternativ kann auch ein Pappteller verwendet werden.

– Tiermaskenvorlage (wird zur Verfügung gestellt); Schere

– Schreibmaterial (Sharpies / Permanentmarker – verschiedene Farben; Pastellkreiden – Öl/weich; Buntstifte)

Acrylfarbe (rot, blau, gelb, weiß, schwarz), Pinsel und/oder Schwämme. Palette (optional) zum Mischen der Farben. Wasser und Behälter zum Reinigen der Farbe

– Dekorative Gegenstände (Stoffblätter, Federn, Stoff usw.). Optional: Wer sich für Decoupage interessiert, benötigt Seidenpapier, Servietten, Zeitungspapier, Scheren usw. (Lassen Sie der Fantasie freien Lauf)

– Holzleim (kann auch für Decoupage-Kleber verwendet werden) oder Bostic

– Zeitungspapier / Plastiktüte oder großes Tablett zum Arbeiten, um den Tisch zu schützen

– Notizbuch

Der Workshop ist besonders interessant für alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Er in Englischer Sprache statt. Claudia Müller-Quade wird übersetzen

Termin:
Samstag 18. Sept 2021
9.30-15.00 Uhr (5 Std.)
130 €

Anmeldung: