Der kleine Narzisst in mir: zwischen selbstloser Bescheidenheit und selbstzentrierter Grandiosi-tät – ein hypnotherapeutisches Teilemodell

Referent: Dr. Jochen Peichl

Narzissmus ist erst mal ein Persönlichkeitsmerkmal, welches durch ausgeprägten Egozentrismus und Selbstbezug zum Ausdruck kommt und sich bei vielen Menschen findet – der narzisstische Stil.

Davon zu unterscheiden ist aber die sog. „Narzisstische Persönlichkeitsstörung“ (NPS), einer extremen Ausprägung des Narzissmus, der den Alltag massiv beeinträchtigt. Neben dem sog. offenen, exhibitionistischen, selbstzentrierten und  „kalten“ Narzissten (Superman/girl-Typus) gibt es einen zweite Ausprägung des Narzissmus, die häufig übersehen und fehldiagnostiziert wird: der verdeckte, selbstlose, moralischen und „warme“ Narzisst (Mutter-Theresa-Typus) – beiden Typen liegt die gleiche Psychodynamik zu Grunde.

Und wie ist das bei uns selbst, mit dem „kleinen Narzissten“ in uns? Das Seminar vermittelt kurz einen Überblick über die hypnotherapeutische Theorien zur Entstehung und Differenzierung der Störung und begreift in eine zweiten Schritt das „überheblich grandiose oder ängstlich selbstlose“ (zwei unterscheidebare Formen des Narzissmus) Verhalten eines Menschen als hochkompetente, wertzuschätzende Lösungsversuche für die dahinter verborgene Selbstwertproblematik im Selbstsystem. Ein innovatives, teiletherapeutisches Konzept der Choreographie der Selbstanteile wird vorgestellt und Schlussfolgerungen für die „Eigen“-Therapie der „Störung“ gezogen. Das Seminar besteht aus Theorievermittlung, Demonstration und Selbsterfahrung.

Literatur:

Jochen Peichl (2015). Die narzisstische Wunde heilen. Das Zusammenspiel der inneren Selbstanteile. Stuttgart: Klett-Cotta

Jochen Peichl (2016). Warum es auch gut ist, Narzisst zu sein. Kösel Verlag

Termin:
15.10. – 16.10.2020
jeweils 9.30 – 17.30 Uhr
Referent: Dr. Jochen Peichl
Ort: Wiesbaden
330 €


Anmeldung 2020