Haptic Gamma Embodiment

Was bedeutet Haptic Gamma Embodyment?

Haptic bedeutet hier, nicht nur der reine Tastsinn, sondern, dass im Tastsinn Bewegungsempfindungen (Kinästhesie) und Sinneswahrnehmungen miteinander kombiniert werden. Das Konzept des haptischen Systems wird somit erweitert, indem alle Sinne in die Kinästhesie des Tastsinnes integriert werden. Jede Bewegung des Körpers als Ausdruck einer Kinästhesie, kann den Zweck haben vor einer Empfindung zu schützen oder nach einer Empfindung zu suchen. Dadurch entsteht eine dynamische Beziehung, die wir als „haptisch“ bezeichnen können.

In jedem Augenblick wird der Tonus unseres Körpers durch bestimmte Körperhaltungen moduliert. Dies geschieht auch in unseren Beziehungen zu anderen Menschen. Wir manifestieren unsere innere und äußere Präsenz in unseren Beziehungen zum Anderen, auch körperlich. Dies geschieht sowohl durch Hinwenden von innen nach außen als auch durch Empfangen der Eindrücke des Anderen von außen nach innen.

Ist unser emotionales Abwehrsystem durch kleinere oder größere Traumata so organisiert, dass es Blockaden und Hemmungen gibt, so sind die Beziehungen der einzelnen Körpersysteme wie Muskulatur, Bänder, Sinnesorgane etc. nicht mehr im Fluss. Es gibt keine Kontinuität, sodass das haptische System dissoziiert sein kann. Das Ergebnis sind Blockaden und Verspannungen, fixierte Körperhaltungen aber auch fixierte Einstellungen und Wahrnehmungen.

Das Wort Gamma bezieht sich auf die Gamma- Neurone. Auf ihrem „neurologischem Pfad“ können Emotionen und räumliche Orientierung moduliert werden. Nehmen wir Einfluss auf diesen neurologischen Pfad, so ermöglicht es uns, neue körperliche und emotionale Ausdrucks- und Koordinationsformen zu finden. Indem wir einen Zustand von rezeptiver Präsenz der Gamma-Neurone herbeiführen, erweitern wir das haptische System. Dadurch können wir die selbstregulativen und ko-regulativen Fähigkeiten der Klienten verbessern. Sie erreichen mehr Stabilität. Blockaden der Handlungsfähigkeit werden gelöst und neue gesündere Dynamiken entstehen. Wir nennen diese Arbeit „Verkörperung mit Hilfe des Haptischen Systems und der Gamma-Neurone (= Haptic Gamma Embodiment).

Durch Berührung, Bewegung und Wahrnehmung, wird die Dynamik zwischen Eindruck von außen und Ausdruckskraft von innen, verbessert. Wir „laden zu neuen emotionalen Reaktionen ein“, und schaffen so eine bessere Qualität der Verkörperung im Prozess der Selbstregulierung und Ko-Regulierung.

Lernen Sie, wie Sie den Körper „lesen“ und wie Sie Blockaden und Fixierungen in Haltung und Bewegung erkennen können. Identifizieren Sie Blockaden von Wahrnehmungen und räumlicher Orientierung. Lernen Sie, wie man das autonome Nervensystem ins Gleichgewicht bringt. Wie man einen freieren und dynamischeren Fluss in Körper und Geist erschafft. Es handelt sich bei dieser Arbeit sowohl um einen somatischen als auch innerpsychischen Entwicklungs- und Veränderungsprozess. Indem das somatische Selbstgefühl gefördert und eine bessere Regulierung des Tonus im Körper sowie der Emotionen ermöglicht wird, können traumatische Erfahrungen aufgelöst werden. Es entsteht eine bessere Belastbarkeit gegenüber den Herausforderungen des Lebens.

Diese Arbeit kann in verschiedenen Arbeitsfeldern eingesetzt werden insbesondere in der Psychotherapie, Traumatherapie, Physiotherapie, Erziehungsarbeit, Körperarbeit u.v.a.m.